Wiedner Schabernack

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My Home is my Grätzel - das ist der Leitspruch Vieler, die auf der Wieden leben. So auch bei uns Geschäfts- Treibenden. Und man ist immer für ein Späßchen zu haben! In diesem Zusammenhang begab sich folgende Geschichte:

Da unsere Steh-Bar ja original aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammt und denkmalgeschützt ist, bekommen wir immer wieder mal netten Besuch von interessierten Architektur-Studenten der TU. Die Fassade und Inneneinrichtung der Nachkriegszeit locken Besucher-Gruppen an, um die Umsetzung der Architektur-Theorie der 50er Jahre - die sich stark an Loos, Wiener Werkstätten und natürlich Jugendstil/Art déco anlehnen - im echten Leben anzusehen.

So war es auch an einem schönen Frühlingsnachmittag:
gerade zu einem Zeitpunkt, als es auf der Wieden Gerüchte gab, dass das Haus Nummer 40 (unser Stammhaus) vielleicht den Besitzer wechselt, hatte sich bei uns eine Gruppe TU Studenten für einen Besuch angekündigt.

Plötzlich also eine Traube von 20 Menschen vor unserem Haus, die interessiert die Fassade und das Lokal besichtigen. Da brodelte natürlich gleich die Gerüchteküche. Mehr und mehr Geschäftstreibende kamen aus ihren Geschäften und wunderten sich, was los sei. Bei uns im Café war gerade gute Stimmung, unser Nachbar Norbert vom Rahmenkabinett war da und trank seinen Kaffee - also die perfekte Basis für einen Wiedner Schabernack 😉.

Und der ging so: Norbert und ich einigten uns schnell, eine G'schicht für die Interessierten muss her. So streuten wir das Gerücht, dass das Gebäude wegen des möglichen Verkaufs besichtigt wird. Die Daten würden aufgenommen, um die Kosten für die nötigen Renovierungsarbeiten für den Verkauf schätzen zu können. Dieses Gerücht hielt sich dann 2 Tage bis klar war, dass wir uns einen kleinen Scherz erlaubt hatten.

Die Wieden ist wie ein Dorf in der Stadt, man hilft sich, man informiert sich und man tauscht sich aus - und der Humor kommt nicht zu kurz!
Es ist einfach schön, Teil dieses Grätzels sein zu dürfen!
Euer Patrick Schönberger

 

 

Schönbergers Beitrag zur Emanzipation

Eine sehr lustige Begebenheit, die mich auch etwas nachdenklich stimmt, trug sich bei einem unserer Barista-Kurse zu:
ein Ehepaar nahm gemeinsam teil. Als es zum Praxisteil - Espresso-Zubereitung und Milchschäumen - kam, zückte die Teilnehmerin ganz begeistert den Fotoapparat und fotografierte ihren Mann enthusiastisch ein paar Male. Motiv: ihr Mann hinter der Dampflanze der Kaffeemaschine.

Auf die Frage, warum diese Begeisterung, meinte sie: "Es ist eine Premiere! Wir sind nun 50 Jahre verheiratet und mein Mann nutzt zum ersten Mal ein Küchengerät!"

Ich weiß, viele Männer würden sich dasselbe wünschen 😉 - mich (als Hobbykoch) macht es einfach nachdenklich. Stichwort: 21. Jahrhundert! ...
Euer Patrick Schönberger

Vom Schlaf der Seligen

Nachdem ich, wie jeder weiß, der mich etwas näher kennt, dem Schlaf nicht abgeneigt bin - ich kann zu jeder Tageszeit und auch in vielen Positionen schlafen (z. B. im Stehen, mit dem warmen Notebook am Schoß oder auch bei roten Ampeln) -, hab ich für müde Gäste vollstes Verständnis!

Eine Begebenheit, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist war an einem Samstag: der Gast kam in der Früh um 9, trank seinen Espresso und schlief danach seelenruhig bis zur Sperrstunde im Sitzen. Ohne sich einmal zu bewegen, ohne vom Sessel (Hochsessel!) zu fallen. Respekt!

Beim Aufwachen hat er sich dann formvollendet entschuldigt - er hätte eine anstrengende Nacht gehabt. A schware Partie eben 😉!

Euer Patrick Schönberger

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